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Stellensuche heute

Frage: Ich stelle fest, dass Soziale-Netzwerk-Webseiten für die Karriereplanung immer wichtiger werden. Welche Rolle spielen diese für die eigene Stellensuche beziehungsweise bei der Stellenbesetzung durch Unternehmen? Lohnt es sich, ein entsprechendes Profil zu erstellen?

Antwort: Die Stellensuche per Internet hat enorm an Bedeutung gewonnen. Galt früher der Blick in den Stellenteil einer Zeitung als die geeignetste Methode, eine Stelle zu finden, wird heute im Internet mittels Stellensuchmaschinen nach einer neuen Stelle gesucht. Dass der Wechsel von den Printmedien zu den elektronischen Medien vollzogen wurde, zeigt sich an der laufenden Zunahme neuer Stellensuchmaschinen. Auf meiner Webseite sind 50 solcher Suchmaschinen aufgelistet. Unternehmen gehen den gleichen Weg. Bei der Besetzung vakanter Stellen setzen sie vorwiegend auf das Internet, indem offene Jobs nur noch auf den eigenen Firmenwebseiten oder auf Online-Stellenportalen publiziert werden. Die traditionellen Stellenanzeiger dagegen werden dünner.

Business-Netzwerke. Sucht eine Firma nach geeigneten Kandidaten, hat sie es heute im Vergleich zu früher leicht. Musste sie noch vor zehn Jahren Headhunter für die Stellensuche beauftragen oder auch mehrmals in Zeitungen inserieren, reicht es heute, soziale beziehungsweise Business-Netzwerke – wie Xing oder LinkedIn – auf dem Internet aufzusuchen, um dort die passenden Profile von veränderungswilligen Kandidaten abzugrasen. Soziale Netzwerke als Instrument der Karriereoptimierung gewinnen also vermehrt an Einfluss. Deshalb werden diese von Stellensuchenden immer häufiger genutzt. Man lädt dort sein Profil hoch und pflegt Kontakte mit Berufskollegen oder potentiellen Arbeitgebern. Unter «ich suche» kann man dann auch gerade angeben, dass man auf Jobsuche ist oder generell offen ist für neue Herausforderungen. Da diese Plattformen mehrere Millionen Mitglieder haben, gelten sie als der Stellenmarkt der Zukunft. Auch wenn man aktuell keine Stelle sucht, lohnt es sich, ein Profil zu erstellen, um den eigenen Marktwert zu testen. Denn es kann durchaus sein, dass man gefunden wird. Diese passive Suchstrategie (einfach mal abwarten, ob das Profil für andere interessant erscheint) ist gerade für ortsunabhängige Personen und solche, die am Anfang ihrer Karriere stehen, sehr interessant.

Facebook und Co. Aber nicht nur Business-Netzwerke können für Stellensuchende interessant sein, sondern auch soziale Netzwerke wie Facebook, weil Informationen dort sehr schnell verbreitet werden. Sucht man eine neue Stelle, kann man dies unter Statusmeldung angeben und sofort werden alle Freunde in die Stellensuche eingespannt.

Im Career Coaching unterstreiche ich die Bedeutung von beruflichen Netzwerken, seien sie persönlicher Natur wie Kiwanis oder Rotary oder virtueller Natur wie Xing und Co., für die eigene Karriereplanung und Stellensuche. Wollen Sie also Ihre Chancen, eine Stelle zu finden, erhöhen, lohnt es sich, wenn Sie Ihr persönliches Netzwerk weiter pflegen und ein virtuelles Netz aufbauen, indem Sie ein aussagekräftiges Profil auf LinkedIn oder Xing anlegen. Auch im persönlichen Gespräch mit Personalchefs zeigte sich immer wieder, dass diese auf solche Netzwerke zurückgreifen und dies in Zukunft noch vermehrt tun wollen. Im Positiven, wenn sie Kandidaten für eine offene Stelle suchen und im Negativen, wenn sie wissen wollen, was der Kandidat für ein Gesamtbild abgibt. Im letzteren Fall führt ein unvorteilhaftes Foto von einer Party auf Facebook oder Myspace zu einem Karriereknick statt einem Karrierekick.

Michael F. Gschwind, Psychologe FSP, unterstützt als Laufbahnberater und Coach SSCP Personen in beruflichen Veränderungsprozessen. > www.mfgschwind.ch